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Von Napoleon bis de Gaulle

Das Veneto ist zwar eine beliebte Urlaubsregion der Österreicher, hochklassige Weine würden hier aber nur wenige suchen. Noch immer ist das Gebiet stark vom Image billiger Massen- und gefälliger Alltagsweine geprägt. Zu groß scheinen die Verlockungen für den anspruchsvollen Weintrinker, den Blick weiter nach Süden in die Toskana oder weiter nach Westen ins Piemont zu richten.

Wer sich aber die Mühe macht, im Hinterland von Venedig nach hervorragenden Weinen zu suchen, der findet so manchen Schatz: Die Kellerei Venegazzù in der Nähe von Treviso gehört zu jenen Produzenten im Veneto, die schon seit vielen Jahren auf hohe Qualität setzen und dazu beitragen, den Ruf der Region langsam, aber stetig zu fördern.

Venegazzù ist bekannt für seine hervorragenden Rotweincuvées im Bordeaux-Stil. Auf rund 50 Hektar kultiviert das Weingut vor allem französische Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Malbec.

Cabernet & Co. kamen vor etwa 200 Jahren mit den Armeen Napoleons aus Frankreich nach Oberitalien, fanden hier fruchtbare Böden, damit eine neue Heimat und traten neben die alten, lokalen Sorten der Region.

Die roten Cuvées aus dem Veneto – auch jene von Venegazzù – gelten als weicher und zugänglicher als ihre französischen Brüder.

Der Anfang der 1950er-Jahre von Graf Loredan Gasparini gegründete Betrieb wurde 1973 vom jetzigen Besitzer Giancarlo Palla übernommen. Inzwischen ist dessen Sohn Lorenzo mitverantwortlich für das Weingut.

Die Weine von Venegazzù vereinigen die Charakteristiken von französischen Rebsorten bzw. Bordeaux-Cuvées mit der Eleganz und Balance der besten italienischen Weine und zeigen damit das große Potenzial der Provinz Treviso für Spitzenrotweine.

Diese drei Weine aus unserem Venegazzù-Sortiment bekamen im aktuellen Gambero Rosso 2 Gläser:

Zum Einstieg
Der „Falconera“, eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot, bietet ein sehr gutes Preis-Qualitätsverhältnis, ist ein guter Speisenbegleiter und ein schöner Wein für den täglichen Genuss. Die Trauben wachsen in Weingärten, in denen früher Falkenjagd betrieben wurde, daher leitet sich der Name ab.

Eine Stufe höher
Der „Venegazzù della Casa“, ebenfalls aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot, lässt die große Klasse des Weinguts deutlich aufblitzen. Der Wein verbrachte 18 Monate im Eichenfass und gilt als jüngerer Bruder des „Capo di Stato“.

Das Flaggschiff
Der „Capo di Stato“, das Flaggschiff des Weinguts, wurde in seiner Art bereits von Graf Loredan Gasparini, dem Gründer des Weinguts, in den 1950er-Jahren konzipiert und bei offiziellen Anlässen der Stadt Venedig getrunken. Der Name „Capo di Stato“ – „Staatsoberhaupt“ – war dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle gewidmet.

Die Trauben für den Capo di Stato – Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Malbec – stammen hauptsächlich von mittlerweile über 50 Jahre alten Rebstöcken. Der dichte, sehr langlebige Wein reift zwei Jahre in französischen Eichenfässern, ein weiteres Jahr in der Flasche.

Der Capo di Stato gilt als die erste „wahre“ italienische Cuvée im Bordeaux-Stil. Er wird sogar im französischen Buch „100 Vins du légende“ angeführt, einem Verzeichnis von 100 Weinen, die aufgrund ihrer Geschichte und Qualität den Status einer „Legende“ erlangt haben.


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