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Barolo is back

Als wahrer Klassiker ist der König der piemontesischen Weine immer interessant – vorausgesetzt Preis und Qualität passen zusammen.

Seine „Majestät“ Angelo Gaja nannte ihn einmal „eine Art John Wayne unter den Weinen“ – den Barolo. Was die Kraft, Urwüchsigkeit und gelegentliche Ruppigkeit betrifft, stimmen wir Gaja zu. Doch gute Baroli haben auch etwas, das man John Wayne nicht gerade nachsagen konnte: Eleganz.

Wie alle großen Klassiker erlebt der Barolo seine „Ups & Downs“. Vor 20 Jahren einer der angesagtesten Weine, litt er später an exorbitanten Preissteigerungen binnen kurzer Zeit, die viele Fans der ersten Stunde vergraulten.
Doch darf dieser „königliche“ Piemont-Wein nach wie vor auf keiner guten Weinkarte fehlen und eine neue Generation von Weintrinkern beschäftigt sich wieder intensiver mit ihm: Wenn Preis und Qualität konform gehen, hat dieser Klassiker immer Saison.

Hier das Wichtigste über Barolo:

• Barolo zeichnet sich durch enorme Kraft, Fülle und Langlebigkeit aus, ist körper-, säure- und tanninreich, erst nach längerer Reifezeit trinkbar. In seinem komplexen Aromaspektrum mag man Pflaumen, dunkle Kirschen, Tabak, Bitterschokolade, Lakritze, Leder, Teer, schwarze Oliven, Kräuter und – ganz typisch – Erde, Pilze und Unterholz erkennen.

• Moderne Ausbaumethoden und subtilerer Holzeinsatz, teilweise unter Verwendung von Barriques, machen den in seiner Jugend harten und tanninreichen Wein heute eleganter, geschmeidiger und eher trinkbar als in früheren Jahren.
Dennoch muss Barolo vor dem Verkauf mindestens drei Jahre lagern, davon zwei im Holzfass. Nicht zuletzt diese langen Reifezeiten sowie bei bestimmten Baroli kleinste Mengen erklären die mitunter sehr hohen Preise.

• Nebbiolo, jene Traube, aus der der nach dem gleichnamigen Dorf benannte Barolo erzeugt wird, ist ein vorzügliches Medium, um die Eigenheiten des jeweiligen Weingartens zum Ausdruck zu bringen. So wie im Burgund oder in der Wachau hat es daher durchaus Sinn, Weine aus einzelnen Weingärten (in Frankreich heißt solche Einzellagen-Weine „Crus“) zu produzieren.
Der Weinfreund kann sich dann durch vergleichendes Kosten bzw. Beratung jenen Barolo aussuchen, der ihm persönlich besser schmeckt: es gibt elegantere, geschmeidigere, die auf sandigen Böden wachsen; kantigere von kalkigen Böden; „moderne“ mit etwas mehr Barrique im Ausbau, „traditionelle“, die nur im großen Holzfass reifen etc.

• Baroli sind keine Happy go lucky-Drinks, sondern anspruchsvolle Weine: Sie brauchen mehrere Jahre Reife, bis sie überhaupt auf den Markt dürfen, dann mehrere Jahre, bis sie richtig gut sind, dann Zeit im Glas, um sich zu entwickeln.
Es lohnt, sich ein wenig näher mit Barolo zu beschäftigen und sich beraten zu lassen: Zu jung, zu kalt oder aus einem zu kleinen Glas getrunken, kann selbst ein 70,– Euro-Barolo eine Enttäuschung sein.

• Barolo sollte – wie im Piemont – immer zum Essen getrunken werden: rotes Fleisch, Wild, kräftige Pastagerichte, aromatische Käsesorten, Pilzgerichte.

Gute Baroli zu einem vernünftigen Preis

Zu jenen Barolo-Winzern, deren Weine ein hervorragendes Preis-Qualitätsverhältnis bieten, zählen Sergio Germano und Roberto Massolino. Beide führen in Serralunga d’Alba relativ kleine (13 bzw. 25 Hektar), traditionelle Familienweingüter, deren Weinberge praktisch nur in aufwändiger Handarbeit bewirtschaftet werden können.

Sergio und Roberto zählen zu jener Generation von Piemont-Winzern, die wissenschaftliche Erkenntnisse und professionelle Ausbildung im Weinbau mit den Traditionen der Region ideal verbinden.

Der nicht zuletzt durch die kalkhaltigen Böden geprägte „Serralunga-Stil“ zeichnet sich durch Kraft, präsente Tannine und Langlebigkeit der Weine aus.

Die Weine von Sergio Germano

Barolo Serralunga: preisgünstiger Einstiegs-Barolo, jüngere Reben, die in mehreren verschiedenen Lagen um das Dorf Serralunga wachsen
Barolo Prapò, Barolo Cerretta: Weine aus Trauben der hervorragenden Einzellagen Prapò bzw. Cerretta. In beiden Weingärten sind die Rebstöcke rund 45 Jahre alt.
Der Ceretta gilt als der „mächtigere“, der Prapò als der eher „feminine“ Barolo.

Die Weine von Massolino

Alle Baroli von Massolino werden im Keller gleich ausgebaut, geschmackliche Unterschiede gehen also ausschließlich auf Lage, Boden, Mikroklima und Alter der Rebstöcke zurück.

Barolo DOCG: aus den Trauben verschiedener Lagen produzierter Wein mit sehr gutem Preis-Qualitätsverhältnis
Barolo Margheria: aus der nur 1,5 Hektar großen Einzellage Margheria, einem der besten Weingärten in Serralunga, verbindet typische Barolo-Kraft mit Eleganz und Geschmeidigkeit, die der Wein den sandigen Böden dieser Lage verdankt
Barolo Parafada: aus der Top-Lage Parafada, reine Südlage, sehr steil, 60 Jahre alte Reben, kräftig, sehr lange lagerfähig!

Den Weingarten Parafada kaufte Giovanni Massolino, der Vater der heutigen Betriebsleiter Roberto und Franco, im zarten Alter von 17 Jahren und brauchte – als Minderjähriger – die Unterschrift seiner Mutter für den Kaufvertrag.
Es gibt das Bonmot in der Familie, wonach Giovanni seinen Söhnen gelegentlich vorwerfe, er selbst habe das Potenzial dieses großen Weingartens bereits in einem Alter erkannt, in dem seine Sprösslinge nur das Vespa-Fahren im Kopf hatten ...

Barolo Riserva Vigna Rionda: der Top-Wein des Gutes aus der gleichnamigen Einzellage, beste Trauben, vereint Kraft und, vier Jahre im großen Holzfass, geringe Mengen, 3 Gläser im Gambero Rosso, für Barolo-Kenner.

die Weine von Roberto Massolino

die Weine von Sergio Germano


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