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Die Familie Starec gilt als Pionier der modernen Olivenölkultur in der Region Triest.
Bei „Olivenöl“ denkt man wohl vor allem an die Toskana, Sizilien, Spanien oder Griechenland. Kennern wird wahrscheinlich noch Südfrankreich einfallen. Aber kaum jemand bringt das „Grüne Gold“ mit einer so „nördlichen“ Region wie Triest in Verbindung. Doch tatsächlich produziert im Hinterland der großen Hafenstadt, im Dorf San Dorligo della Valle nahe der slowenischen Grenze die Familie Starec eines der besten und seltensten Olivenöle ganz Italiens.
Pionierleistung
Nur wenige Olivenbäume überlebten in der Region Triest den Frost von 1929. Sie wurden per Stecklingskultur vermehrt, das wenige aus ihren Oliven gewonnene Öl verwendeten die Bauern jahrzehntelang nur für den Eigenverbrauch, was neben den bis heute minimalen Produktionsmengen daran „Schuld“ ist, dass Olivenöl aus dem Triester Raum bei uns bisher so gut wie unbekannt ist.
Aufbauend auf der alten bäuerlichen Tradition ihrer Vorfahren begann die Familie Starec 1984, die Olivenkultur neu zu beleben – anfangs mit 33 Olivenbäumen. Man entschied sich für regionale, dem Boden und Klima angepasste Olivensorten wie Bianchera (slowenisch: Belica), Maurino oder Pendolino, und kooperierte mit Universitäten, um die Anbaumethoden unter den schwierigen Witterungsbedingungen der Region – Schnee und Kälte im Winter, lange Hitzeperioden im Sommer – zu optimieren. 1991 kam schließlich das erste Starec-Olivenöl auf den Markt.
Nach und nach wurden die Anbauflächen erweitert, ein neues Betriebsgebäude und eine eigene kleine Ölmühle errichtet, das Erscheinungsbild modernisiert – sichtbar etwa an den zeitgemäßen Etiketten.
Der selbst auferlegten Verpflichtung zur kompromisslosen Qualität blieb man treu, und so gilt die Familie Starec zurecht als Erneuerer und Pionier der modernen Olivenölkultur in der Provinz Triest.
Aufwändige Produktion in kleinen Mengen
Heute sind drei Generationen der Familie im Betrieb aktiv: von den Großeltern und Betriebsgründern Danilo und Nada über die Söhne Roberto und Paolo, beide sind eigentlich Architekten, bis zum erwachsenen Enkelsohn Erik.
Knapp 40 Hektar mit rund 2.600 Olivenbäumen werden naturnahe bewirtschaftet. Man hält die Bäume klein, so brauchen sie weniger Wasser, verzichtet auf chemischen Dünger und künstliche Bewässerung.
Ernte und Verarbeitung sind aufwändig: Aus täglich nur 100 kg ausschließlich von Hand geernteten Oliven werden zwischen 6 und 12 Liter Öl.
Die Oliven werden sorten- bzw. parzellenrein gemahlen, der Verarbeitungsprozess richtet sich dabei nach der Sorte, um ihre typischen Geschmacksmerkmale besser herausarbeiten zu können. Das kalt gepresste Olivenöl entspricht – selbstverständlich – der Qualitätsstufe „extra vergine“. Es wird nicht gefiltert und fünf Monate lang zum Ausruhen in Edelstahlfässern bei einer gleichbleibende Temperatur von 15° C gelagert, bevor es in Flaschen gefüllt wird.
Öl aus entkernten Oliven
Besonders hochwertig und interessant ist das Starec-Öl aus entkernten Bianchera/Belica-Oliven: Duft nach Äpfeln, Artischocken, frischem Gras und Kräutern, am Gaumen etwas bitter-scharf, mit einem Anflug von Artischocken und grünen Mandeln. Es passt sehr gut zu Fisch- und Pilzgerichten, Gemüse und Hartkäse. zur Übersicht |