Pfad: Vinothek Wagner » News & Events » News » Kleiner Bruder Barbera

Kleiner Bruder Barbera

Dieser piemontesische Rotwein wird oft unterschätzt: zu Unrecht

Der nach wie vor unbestrittene König der piemontesischen Weine ist der Barolo. Doch kann es auch großen Reiz haben, sich dem kleinen Bruder zu widmen: Barbera. Denn wer nach einem ebenso anspruchsvollen und fruchtigen, aber weicheren und frischeren Rotwein aus dem Piemont sucht, ist mit einer Barbera gut bedient – der noch dazu in aller Regel günstiger zu haben ist als ein qualititav vergleichbarer Barolo.

Frische Säure, wenig Tannin

Typisch für die Barbera sind ihre frische Säure, leicht bittersüße Aromen nach Kirschen, Weichseln oder Zwetschken und ein relativ niedriger Tanningehalt – was den Wein „leichter“ trinkbar macht.

Während der Barolo – wie auch der Barbaresco – nach Weinbaudörfern im Piemont benannt, aber aus Nebbiolo-Trauben erzeugt ist, verdankt die Barbera ihren Namen der Rebsorte.

Meist wird auf dem Etikett der Herkunftsort hinzugefügt, z. B. Barbera d’Asti, Barbera d’Alba ...

Umbruch in den 1980er-Jahren

Historisch betrachtet stand die seit dem 13. Jahrhundert im Piemont heimische Barbera immer im Schatten des Nebbiolo, der in den besten Lagen gepflanzt wurde, während die Barbera-Rebe auch in weniger guten Lagen gedieh und einfache, aber kaum begeisternde Weine lieferte, die lange genug zum Verschneiden mit fruchtig-üppigen, aber säurearmen Weine aus Süditalien verwendet wurden.

Erst in den 1980er-Jahren wagten sich Pioniere wie Angelo Gaja und Giacomo Bologna an die Barbera als Qualitätswein: Sie schnitten die Stöcke streng zurück, beschränkten den Ertrag, bauten den Wein in kleinen Eichenfässern aus und zeigten erstmals das wahre Potenzial der Rebsorte auf: Aroma, Frucht, Konzentration und Tiefe.

Ihr Beispiel spornte andere Produzenten an und so beweisen heute auch einige weitere Spitzenwinzer wie Sergio Germano, Marchesi Alfieri, Elio Altare oder Domenico Clerco, dass Barbera ein sehr hochwertiger Wein sein kann, wenn der Ertrag beschränkt wird und die Produktion sorgfältig und qualitätsorientiert abläuft.

Barbera passt am besten zu kräftigen, typisch piemontesischen Gerichten, Schinken, Salami, Pasta mit kräftiger, dunkler Sauce, sowie zu Ziegenkäse.

Piemont

Barbera d`Alba Vigna de la Madre Germano Ettore

Barbera d`Alba 2008, Elio Altare

Larigi 2006, Elio Altare

Larigi 2004, Elio Altare

Weingut Marquesi Alfieri

Barbera d`Alba Trevigne 2006, Domenico Clerico


zur Übersicht
Newsletter Abo