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„Kunst bereichert unser Leben. Sie beeinflusst unser Gemüt durch Ästhetik und Schönheit. Kunstwerke sagen etwas aus, prägen den Raum, strahlen Energie aus“, so der Südtiroler Qualitätswinzer Alois Lageder.
Er vertritt seit Jahrzehnten eine naturnahe, umweltschonende, nachhaltige und ganzheitliche Philosophie der Weinproduktion. Er arbeitet biodynamisch, versorgt sein Weingut mit selbst erzeugtem Strom aus einer Photovoltaik-Anlage und – er fördert zeitgenössische Kunst.
Bereits ab Mitte der 1990er-Jahre, zeitgleich mit der Neugestaltung seines Weingutes Ansitz Löwengang in Margreid, begann er gemeinsam mit seiner Frau, der Choreographin Veronika Lageder, die Themen Kunst, Musik und Wein sichtbar miteinander zu verflechten.
So lud Lageder renommierte Künstler zur Schaffung moderner Werke auf das Weingut ein, vergab Aufträge für zeitgenössische Musikkompositionen und Uraufführungen im Rahmen des Projekts VIN-o-TON und ließ neue Etiketten für seine Klassischen Weine (z. B. Chardonnay, Lagrein, Pinot Grigio, Gewürztraminer, Pinot Bianco) gestalten.
Der Geist des Ortes
Lageder: „Alle Kunstwerke, die bei uns entstehen, nehmen Bezug auf den Geist des Ortes und auf die Philosophie der nachhaltige Entwicklung. Die Kunstwerke sollen die Philosophie des Weingutes ausdrücken, aus diesem heraus entstehen, von diesem inspiriert sein. Deshalb laden wir die Künstler ein, einen Tag bei uns zu verbringen, um ein Gefühl für den Ort zu bekommen.“
Die neuen Etiketten sollten die Verbindung zwischen Natur und Mensch, aus der ja die Weine entstehen, für die Kunden schon beim Betrachten der Flasche erkennbar machen.
Von Anfang war klar: Es sollten keine vordergründigen „Künstleretiketten“ werden. Vielmehr sollten die elementare Teile des Weines in einer subtilen, symbolhaften, durch zeitgenössische Kunst interpretierten Form zum Ausdruck gebracht werden.
Organischer Zyklus
Bei ihrem Aufenthalt auf dem Weingut konnten die Künstler die Menschen, die Weingärten, den Keller und die Weine kennenlernen, Eindrücke sammeln und daraus Inspiration schöpfen. So entstand schließlich als Endergebnis eine Art „organischer Zyklus“, der die Elemente Licht, Boden, Rebe, Mensch und Wein zu einem Ganzen zusammenführt.
• Elisabeth Hölzl thematisiert das Thema Licht, das durch ein Gitter fällt: Das Etikett mit seiner Lochstruktur verweist auf die Durchlässigkeit des Bodens im Weingarten, die Semitransparenz des Weinblattes, den Austausch von Luft und Licht zwischen Himmel und Erde.
• Mario Airò stellt die Symbiose zwischen Boden und Wein auf seinem Etikett dar – in Form einer sogenannten Frottage, eines graphischen Durchschreibeverfahrens, bei dem Strukturen und Konturen der rauen Oberfläche von Steinen aus dem Weingarten als Graphitabdruck auf Papier dargestellt werden.
• Eva Marisaldi wählt einen Teil der Rebe – ein stilisiertes Weinblatt, dessen Stängel wie ein Tropfen die Flasche herabfließt und dessen zarte Adern die Empfindsamkeit der Natur ausdrücken.
• Marcello Maloberti zeigt auf seinem Etikett in abstrahierter Form die Handlinien der Menschen, die auf dem Weingut arbeiten. Dies symbolisiert einen Händedruck, ein Versprechen, eine erntente Hand, eine Verbindung zwischen den Weinproduzenten und den Kunden.
• Luca Vitone schließlich bildet den Wein selbst ab: als Materie, Idee, Wesen, als zartes farbiges Aquarell, als Gemälde.
Alois Lageder: „Diese Etiketten sollen die Persönlichkeit unserer Klassischen Weine hervorheben, und all jenen unsere Absicht und unsere Arbeitsweise vermitteln, die die Flasche öffenen und ihren Inhalt genießen werden.“
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