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Weißburgunder: eine seltene, oft unterschätzte Rebsorte mit verschiedenen Stilrichtungen Der Weißburgunder kann ein ziemlich lahmer Gaul sein oder auch – am Zügel des richtigen Jockeys – als elegantes Rennpferd daherkommen.
Häufig liefert die Sorte einfachere, eher anspruchslose, zumindest frische Weine mit wenig ausgeprägten Aromen, am ehesten nach Apfel oder Birne. Der Weißburgunder wurde früher nicht zuletzt wegen seiner geschmacklichen Ähnlichkeit oft mit dem Chardonnay verwechselt oder schlicht gleichgesetzt, etwa in Italien.
All dies führte dazu, dass der Weißburgunder (Pinot Blanc, Pinot Bianco) häufig unterschätzt wird.
Aber: Wenn die relativ anspruchsvolle Rebe auf dem richtigen Boden steht, die Trauben voll ausreifen, der Ertrag reduziert wird und der Winzer mit der Sorte gut umgehen kann, hat der Weißburgunder das Potenzial, Weine mit Klasse, Kraft und Charakter hervor zu bringen: neben den erwähnten Apfel- und Birnenaromen finden sich dann weitere nach üppigeren gelben Früchten, Weißburgunder: eine seltene, oft unterschätzte Rebsorte mit verschiedenen Stilrichtungen nach Kräutern, Nüssen, Mandeln und eine pikante Säure.
Als ursprüngliche Heimat gilt Burgund, obwohl der Weißburgunder dort mittlerweile fast vollständig vom Chardonnay verdrängt wurde. In Österreich sind nur etwa 3,5% der Rebfläche damit bestockt.
Interessanter Stil-Vergleich
Südtiroler Weißburgunder können mit einer geradezu knisternden, reizvollen Frische und viel Frucht begeistern. Ein Klassiker ist etwa der Schulthauser der Genossenschaft St. Michael.
Typisch für die steirischen Weißburgunder ist neben ihren fruchtigen Aromen eine frische Säure und Mineralik. Schöne Sortenvertreter sind etwa die Weine von Sattler, Neumeister oder Jaunegg.
Spitzen-Weißburgunder aus Deutschland wie jene von Philipp Wittmann oder Tim Schäfer-Fröhlich können kräftig und cremig ausfallen, geprägt von reifen, dunkelgelben Früchten und rassiger Säure.
Ein interessanter „neuer“ Weißburgunder ist der Leithakalk von Gernot Heinrich. Die Trauben für diesen Wein wachsen am Südostabhang des Leithagebirges: im Alten Berg oberhalb von Winden am See sowie in den Lagen Edelgraben und Kollern im benachbarten Breitenbrunn.
Deutlich vom Kalk geprägte, karge, trockene, mineralische Böden, langsam wachsende, bis 30 Jahre alte Reben und niedrige Erträge ergeben einen straffen, mineralischen, frischen Wein, gehaltvoll und komplex im Ausdruck.
Gernot Heinrich: „Die sonst in unserer Region weniger geschätzte Sorte Weißburgunder zeigt sich hier am Westufer des Neusiedlersees auf den Kalkböden von der besten Seite. Der ortstypische, fossilienreiche Kalk- und Kalksandstein verleiht diesem Weißburgunder eine unverwechselbare salzige Mineralität und Eleganz.“ Weissburgunder Leithakalk 2007, Gernot Heinrich Weissburgunder Klausen 2007, Weingut Neumeister Weissburgunder "S" 2008, Tim Schäfer Fröhlich, Nahe Weissburgunder Steirische Klassik 2008, Willi Sattler Weisser Burgunder S 2008, Phillip Wittmann, Rheinhessen Weissburgunder Schulthauser 2008, St. Michael Eppan zur Übersicht |