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Alvaro Palacios hat mit dem L’Ermita spanische Weingeschichte geschrieben Vor mehr als 20 Jahren leistete er als junger Nobody Pionierarbeit im Priorat, heute gehört Alvaro Palacios zu den besten und einflussreichsten Winzern Spaniens. Er gilt als Wiederentdecker und Retter vergessen geglaubter Weinbauregionen und historischer Lagen, schwärmt für die autochthone Rebsorte Garnacha und alte Rebstöcke. Palacios pendelt zwischen seinen Weingütern in Bierzo, Rioja und Priorat, wirkt mit seinen Projekten beispielgebend für viele andere, bringt den biodynamischen Weinbau in seinem Land voran – und macht all das nach außen hin mit seinen Weinen sicht- und schmeckbar, allen voran der L’Ermita, neben Vega Sicilia oder Pingus eine der Wein-Ikonen Spaniens. Auf den Spuren der MöncheNach seinen Lehrjahren in Frankreich (u. a. Château Petrus) kehrte Palacios zunächst nicht auf das Weingut seiner Familie in der Rioja zurück (das tat er erst 10 Jahre später), sondern ging eigene Wege und baute ab 1989 sein eigenes Weingut im Priorat auf. Obwohl zwischen 1200 und 1835 von Kartäusermönchen zu einer wichtigen Weinbauregion gemacht, war das Priorat in den 1980er-Jahren nur mehr ein Schatten seiner selbst. Von einst 17.000 Hektar Wein waren nur 1.700 geblieben, der Rest war schon vor vielen Jahren der Reblaus zum Opfer gefallen oder einfach aufgegeben worden. Es gab nur eine Kellerei, die ihren Wein selbst in Flaschen abfüllte. Aus dem Dornröschenschlaf gewecktDoch Ende der 1980er-Jahre wurde das mystische, von Mönchen und Klöstern geprägte, dennoch gottverlassen scheinende Priorat aus seinem langen Dornröschenschlaf geweckt. „Junge, wilde“ Winzer wie René Barbier (Clos Mogador), Carles Pastrana (Clos de L’Obac), Josep Lluís Pérez (Mas Martinet), Daphne Glorian (Clos Erasmus) und eben Alvaro Palacios erkannten das enorme Potenzial, das in den Böden und in den jahrzehntealten Garnacha- und Carineña-Reben steckte, rekultivierten und revolutionierten den Weinbau in dieser spirituellen Landschaft. Aus Frankreich brachte Palacios viele damals in Spanien vernachlässigte Weinbau-Tugenden mit: den Gedanken der kompromisslosen Qualität, die Achtung vor der Tradition, die Liebe zu den Reben und Böden, die Idee authentische, charaktervolle Weine aus alten Rebstöcken zu produzieren, extreme Ertragsbeschränkungen, die Rotweinvergärung in großen Holzbottichen, das Barrique als Reifemedium, die Gliederung des Sortiments in Regions-, Village- und Grand Cru-Weine. „Ich wollte damit anknüpfen an die Zeiten vor 1900, als die Spitzenweine auch in Spanien lagenrein ausgebaut wurden“, so Palacios. Wichtige Instrumente, um höchste Qualität zu erreichen, waren der biodynamische Weinbau, die Vergärung mit Naturhefen, intensive Handarbeit im Weingarten, das Pflügen mit Pferden und Mulis: „Nur ein natürlicher, reiner Boden und ein gesunder, vitaler Rebstock bringen die Lage und die Aromen des Weingartens klar und rein zum Ausdruck“, so Palacios. 100 Jahre alte Rebstöcke für den L’ErmitaWenige Jahre später waren die hochklassigen, dunkelfruchtigen „New Wave“-Weine aus dem Priorat weltweit gefragt. Auch Palacios’ Topwein L’Ermita trug wesentlich zum neuen Image der Region bei. Was in den letzten 30 Jahren auch die Bodenpreise von 1.000 € auf heute etwa 80.000 € für 1 Hektar gute Rebfläche explodieren ließ. Das 30 Hektar-Weingut von Palacios im Dorf Gratallops zeigt, wie gut sich biodynamische Bewirtschaftung, höchste Qualität, moderne Architektur und international ausgerichtetes Management verbinden lassen. Weitere Erfolgsfaktoren: vorwiegend alte Reben (100-jährige Garnacha-Stöcke im L’Ermita-Weinberg), steile Terrassenlagen hinauf bis in 500 m Seehöhe, mediterranes Klima mit 3.500 Sonnenstunden pro Jahr, frische Winde vom Meer her, Fokussierung auf heimische Trauben, magere, aber kraftvolle Böden, starke Ertragsbeschränkungen und behutsamer Barrique-Einsatz. Die Rebe ist wichtiger als der Keller und der Winzer
Palacios: „Alles ist im Weingarten. Das Beste, das wir erreichen können, ist, die Frucht Tipp zum preiswerten Einstieg in die Priorat-Weine von Alavaro Palacios: Camins del Priorat: 55% Cariñena, 35% Garnacha (Rest Cabernet Sauvignon und Syrah), frisch, geschmeidig, rote Früchte, seidig, ansprechend und sehr zugänglich. zu den Weinen von Alvaro Palacios zur Übersicht |