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Das versteckt in den Hügeln bei Greve im Chianti liegende Weingut Querciabella zeigt eindrucksvoll, welche Top-Qualitäten im biodynamischen Weinbau möglich sind.
Neben den vielen altehrwürdigen Chianti-Weingütern ist Querciabella ein Newcomer: Es wurde „erst“ 1974 vom Italien-Rückkehrer Giuseppe Castiglioni – er hatte sein Geld als Unternehmer in Mexiko gemacht – gegründet.
Auf Initiative seines Sohnes und heutigen Besitzers Sebastiano Castiglioni wird seit dem Jahr 2000 biodynamischer Weinbau betrieben – sehr praxisbezogen, nicht religiös-fanatisch. Mit 25 Hektar ist Querciabella das größtes Bio-Weingut im Chianti Classico.
„Mit der biodynamischen Bewirtschaftung würdigen wir die Natur und die Geschichte unseres Terroirs, wir respektieren und verbessern die Qualität der Trauben“, so Castiglioni.
Im Weingarten biodynamisch zu arbeiten sei umso wichtiger, weil „...80% der Qualität aus dem Weingarten kommen“, so der Önologe Guido de Santi, seit über 20 Jahren für die Weine verantwortlich. „Und Qualität hat oberste Priorität“, so de Santi, „unsere Weine soll ja nicht nur getrunken werden, weil sie bio sind.“
Die Umstellungsphase sei natürlich ein gewisses Risiko gewesen, da die Weine schon zuvor als erstklassig bekannt waren. Aber mit der biodynamischen Bewirtschaftung hätten die Weine noch an Tiefe, Charakter und Eigenständigkeit gewonnen.
Neben dem interessanten, als Einstieg empfehlenswerten Querciabella Chianti Classico mit der seltenen Kombination 95% Sangiovese und 5% Cabernet Sauvignon reifen in den 1.200 Barriques von Querciabella die wuchtige Cuvée Camartina (Cabernet/Sangiovese), sowie der preisgünstige, in der Maremma produzierte, nach einem alten Rittergeschlecht benannte Mongrana aus Sangiovese, Merlot und Cabernet).
Ein seltener Ausnahmewein (nur 6.000 Flaschen jährlich) ist der elegante, nach einer mittelalterlichen Edelpferderasse benannte Palafreno (100% Merlot).
Der wohl erstaunlichste Weißwein der Toskana, der Batàr aus je 50% Pinot Bianco und Chardonnay, hat eine merkwürdige Geschichte: Vor etwa 20 Jahren „entdeckte“ de Santi auf dem Weingut einen bis dahin wenig beachteten Pinot Blanc-Weingarten, dessen Trauben zu einem mittelmäßigen Jausenwein für die Weingutsarbeiter verarbeitet wurden. Der Önologe erkannte das Potenzial des Weingartens, beschränkte den Ertrag, steigerte die Qualität, ließ die Trauben im Barrique vergären, verschnitt den Pinot schließlich mit Chardonnay: Nach vielen Jahren liebevoller Betreuung ist der Batàr heute ein großer Wein, eines der Aushängeschilder von Querciabella.
Um die durch Agrarchemie in der Toskana bedrohte Honigbiene zu schützen und zu fördern, wurde auf Querciabella ein Honigbienen-Projekt ins Leben gerufen: Auf dem Weingut können eigens angesiedelte Bienenkolonien Blütenstaub und Nektar von völlig naturbelassenen, von Chemie unberührten Pflanzen sammeln. Der Honig wird nicht geerntet, die Bienen sollen sich selbst überlassen sein und in einem gesunden, natürlichen Umfeld ihren Platz finden. zur Übersicht |