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Silvaner mit „i“

Philipp Wittmann aus Rheinhessen kultiviert eine interessante Rebsorte, die meist im Schatten des Rieslings steht: Silvaner.

Der Silvaner ist seit der Römerzeit bekannt und zählt zu den ältesten, heute noch kultivierten
Rebsorten. Er gelangte vermutlich im 17. Jahrhundert aus Südosteuropa (Transsilvanien?) über Österreich nach Deutschland.

In Österreich konnte sich der hier mit „y“ geschriebene Sylvaner in der Kategorie „Schankwein“ gegen übermächtige Gegner wie Grüner Veltliner, Welschriesling oder Müller Thurgau nie richtig behaupten, im Qualitätsbereich hat er nicht einmal die Wahrnehmungsschwelle erreicht. Seine Verbreitung hierzulande auf gerade einmal 32 Hektar (0,1 % der Rebfläche) spricht Bände.

Anders in Deutschland:

Dort sind heute noch 5.000 Hektar bzw. 5% der Rebfläche mit Silvaner – in Deutschland mit „i“ – bestockt. Anfang der 1970er-Jahren waren es sogar noch 30% (!), der Wein damit die Rebsorte Nr. 1, bevor ihm der Riesling den Rang ablief.

Im Grunde hat der Silvaner das Image eines einfachen Weines ohne viel Eigenaroma, der gut zum Essen passt. Doch in den Händen guter Winzer in der richtigen Gegend gepflanzt, können sehr gute Weine daraus werden.

Denn der Silvaner hat eine Besonderheit: Ähnlich wie Chardonnay bringt er den Boden, auf dem er wächst, gut zum Ausdruck. Besonders liegen dem Silvaner etwa die Ton-Mergel-Kalkböden in Rheinhessen, wo fast die Hälfte aller Silvaner-Stöcke Deutschlands steht. Er ist dort im Qualitätsweinsektor neben dem Riesling die Leitsorte und wird entsprechend gehegt und gepflegt.

Dass bei einem rheinhessischen Spitzenwinzer wie Philipp Wittmann, der hauptsächlich Riesling produziert, der Silvaner immerhin 15 % der Menge ausmacht, sagt viel über die Bedeutung der Rebsorte für diese Region aus.

Die Silvaner, die Wittmann auf dem 25 Hektar großen, alteingesessenen Familienweingut in Westhofen biodynamisch produziert, sind frisch und trocken, mineralisch, duften zart nach Kräutern und Heu, bieten Aromen von Äpfeln, Birnen, Melonen und eine milde bis feinrassige Säure. Sie sind exzellente Speisenbegleiter!

Es gibt eine Alltagsvariante um € 9,90 und eine reifere, kräftigere Variante für den Sonntagstisch um € 19,90.

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