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Blaufränkisch und Syrah „Felsenstein“: die neuen Weine von Christian Tschida, Illmitz. Einen „wilden Hund“ nennen ihn die einen, einen „Grenzgänger“ oder einen „Wein-Avantgardisten“ die anderen. Wie auch immer: Wenn man in gewohnten Bahnen denkt, sind Christian Tschida und seine Weine nicht leicht einzuordnen, so ungewöhnlich ist sein Zugang zum Thema. Der unkonventionelle Winzer aus Illmitz im burgenländischen Seewinkel bringt nun erstmals seine „Felsenstein“-Weine auf den Markt: Blaufränkisch bzw. Syrah aus Rieden am Felsenstein bei Purbach am Neusiedlersee, jeweils reinsortig, 24 Monate im großen Eichenfass gelagert. Auch die Felsensteine-Weine folgen dem bisherigen Konzept Tschidas: sehr individuell und persönlich, handwerklich erzeugt, intensiv, druckvoll, spontanvergoren, naturbelassen, ungefiltert. Der Winzer will das Weindenken von Konventionen und veralteten Prinzipien radikal befreien. Seine puren, „ungeschminkten“ Weine stehen Tschida, dem man nicht gerade mangelndes Selbstvertrauen vorwerfen kann, an Originalität um nichts nach. Man spürt in seinen intensiven Weinen das Handwerk und die Vitalität der alten Rebanlagen. Die Weine sind fein und subtil, in ihrer Anmutung in der Tradition des frühen 20. Jahrhunderts, mit einem natürlichen Alkoholgehalt um die 12,5%. Sie haben eine urwüchsige Rohkraft am Gaumen, viel Extrakt, Konzentration und enorme Tiefe. Tschida macht seltene Cuvées, deren Zusammensetzung sich jahrgangsabhängig ändern kann, und findet originelle Namen für seine Weine: „Laissez-Faire (Scheurebe, Weißburgunder, Riesling), „Himmel auf Erden“ (Weißburgunder, Scheurebe) „Kapitel 1“ (Zweigelt, Cabernet Franc) oder schlicht „Illmitz“ (Zweigelt). Auch die Etiketten des ehemaligen Graphikers Tschida sind ungewöhnlich. Ihr Design reicht von extrem puristisch über Alfred Hrdlicka-Radierungen bis zu Ornamenten, wie man sie etwa von Buchumschlägen des 19. Jahrhunderts kennt. Wie immer man zu Christian Tschida und seinen Weinen steht: Winzer wie er wagen Neues, beleben Altes wieder, polarisieren und regen zur Diskussion an. All das kann dem Weinbau nur gut tun. zur Übersicht |
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