Pfad: Vinothek Wagner » News & Events » News » Cherchez la Femme!

Cherchez la Femme!

Machen Frauen andere Weine als Männer? In unserer neuen Serie stellen wir Ihnen Winzerinnen und ihre Weine vor. Diesmal: Silvia Prieler aus dem Burgenland.

„Frauen haben Männern rein gar nichts voraus. Sie schneiden die Triebe nicht unbedingt besser, fahren nicht besser Traktor oder pflügen gar ordentlicher. Sie können die Beeren genauso gut oder genauso schlecht vor Krankheit und Schädlingen schützen. Frauen schneiden Trauben auch keineswegs penibler vom Stock.
Sie machen den Wein im Keller weder enthusiastischer noch behutsamer.
Sie sprechen auch nicht mehr mit dem Wein, als Männer es tun – und doch: Wenn Frauen Wein machen, kommt Wein dabei raus, den viele Männer gerne machen würden ...“

So undogmatisch und ironisch sehen die Winzerinnen des Clubs „11 Frauen & ihre Weine“ die Rolle der Frau im Wein-Business. Demnach machen Frauen als Winzer also nichts anders als ihre männlichen Kollegen – und dennoch kommt etwas Anderes dabei heraus ...

Über Umwege zur Winzerin

Auch Silvia Prieler aus Schützen im Burgenland gehört zur Winzerinnen-Vereinigung „11 Frauen & ihre Weine“.
Heute ist sie – gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Georg – für die Weine des zu den besten Blaufränkisch-Produzenten Österreichs zählenden, 20 Hektar großen Familienbetriebes verantwortlich.
Doch es war nicht unbedingt von Anfang an ausgemachte Sache, dass sie in die Fußstapfen ihres Vaters Engelbert treten würde, der das Weingut Schritt für Schritt in die Top-Liga geführt, kompromisslos auf Qualität gesetzt und einen eigenen Stil geprägt hatte: tiefgründige Weine mit Lagerpotenzial, international in der Dimension, aber gleichzeitig sehr bodennah und dem Terroir des „Schützner Steins“ im Hügelland am Westufer des Neusiedler Sees verpflichtet.

Silvia Prieler studierte zunächst Molekularbiologie und wuchs in die Arbeit als Winzerin hinein, als sie 1997 begann, ihren Vater bei der zunehmenden Exporttätigkeit, im Marketing und Verkauf zu unterstützen. Sie belegte Seminare an der Österreichischen Weinakademie und absolvierte ein Praktikum an der renommierten deutschen Weinbauschule in Geisenheim. Der Rest zur Full Time-Winzerin ergab sich Schritt für Schritt von selbst.

Weine, die im Gedächtnis bleiben

Die zweifache Mutter, bekannt für ihr enormes Fachwissen, aber auch für ihr offenes Wesen, ihren Humor und ihre Herzlichkeit, bewirtschaftet im Einvernehmen mit der Familie die Weingärten naturnahe, und führt die Leitsorte des Betriebes, Blaufränkisch, Jahr für Jahr zu hohen Bewertungen.
Auf internationalen Märkten (die Exportquote liegt bei rund einem Drittel der Produktion) sind Prielers Blaufränkisch – vor allem jener aus der Ried Goldberg – würdige Vertreter dieses autochthonen österreichischen Rotweins. 2009 wurde die Familie „Falstaff-Winzer des Jahres“.

„Wir wollen in allen wichtigen Bereichen so bleiben wie wir sind – so klein, so fein und so unverwechselbar. Wir wollen Weine machen, die im Gedächtnis bleiben. Unsere Weine sind eigenständig, geprägt vom Sortencharakter und dem burgenländischen Terroir verpflichtet. Unsere Weine brauchen Zeit, sie öffnen sich erst nach und nach im Glas. Aber das ist in Ordnung so. Wir können nicht jedem gefallen. Und Manches muss man sich eben erst erarbeiten. Erfahrene Weinliebhaber dagegen schätzen unsere Weine sehr. Darauf sind wir stolz. Und diese Wertschätzung wollen wir uns erhalten", bringt Silvia Prieler die Philosophie des Weingutes auf den Punkt.

zu den Weinen


zur Übersicht