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Der St. Laurent ist einer der interessantesten Nebendarsteller in der Weinszene
Es gibt Weine, die selten bis nie im Scheinwerferlicht stehen – weil sie keine Lobby haben, weil sie keine Parker-Punkte bekommen, weil sie nicht auf dem internationalen Parkett tanzen, weil es wenig davon gibt, weil man sich mit ihnen ein bisschen beschäftigen muss, um sie zu schätzen und weil wenig über sie geschrieben wird.
St. Laurent ist solch ein Wein. Ihm stünde ein Oscar für die beste Nebenrolle zu.
Lange Zeit kaum präsent
Die früh reifende, hocharomatische, aus Frankreich stammenden Rebsorte kam Mitte des 19. Jahrhunderts nach Mitteleuropa. Zwar war das Potenzial der Sorte bekannt, doch die hohen Ansprüche, die die Sorte an die Weingartenarbeit stellt, erschwerten lange Zeit einen signifikanten Durchbruch zum Qualitätswein.
So blieb der St. Laurent (man spricht übrigens, wie man schreibt: Sankt Laurent, nicht Sää Lorää) viele Jahre hindurch – wenn überhaupt präsent – ein eher ruhiger Vertreter in der Weinszene, mehr oder weniger das Steckenpferd einiger Individualisten unter den Winzern. Erst im Zuge des Rotwein-Booms der 1990er-Jahre entstanden in Österreich ernst zu nehmende Weine aus dieser Rebe.
Wachsendes Interesse
Heute sind in Österreich knapp 800 Hektar (rund 1,5 % der gesamten Weinbaufläche) mit St. Laurent bestockt, vor allem in den Gebieten Thermenregion, Neusiedlersee, Weinviertel und Kamptal. Dass sich diese Fläche in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt hat, spricht für die steigende Beliebtheit und das wachsende Interesse an diesem seltenen Wein.
Einige Experten halten den St. Laurent – nach dem Blaufränkisch – für jene Rotweinsorte, mit der Österreich etwas Eigenständiges zu bieten hat.
In Deutschland findet man St. Laurent auf knapp 680 Hektar, fast ausschließlich in der Pfalz und in Rheinhessen.
Nimmt man dann noch die Anbauflächen in Tschechien und in der Slowakei dazu, hat man so ziemlich alle St. Laurent-Kulturen der Welt beisammen.
Den St. Laurent könnte man als Vetter des Pinot Noir bezeichnen: Tatsächlich hat er ähnliche Aromen und ist genetisch verwandt, wenn auch ungleich weniger bekannt. St. Laurent Klassik 2008, Rosi Schuster St. Laurent Zagersdorf 2007, Rosi Schuster St. Laurent 2007, Gernot Heinrich St. Laurent Rothenberg 2005, Gerhard Markowitsch St. Laurent Classic 2007, Phillipp Grassl St. Laurent Reserve 2007, Phillipp Grassl St. Laurent 2007, Christian Fischer zur Übersicht |