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Eine gehörige Portion Mut muss man ihm zugestehen. Denn was Peter Veyder-Malberg gewagt hat, steht in der österreichischen Winzer-Community nicht unbedingt auf der Tagesordnung. Nachdem er 14 Jahre lang als Önologe des Schlossweingutes Hardegg im niederösterreichischen Weinviertel seinem Arbeitgeber und sich selbst einen guten Namen gemacht hatte, suchte er eine neue Herausforderung und fing 2008 noch einmal ganz von vorne an: Er machte sich selbstständig und gründete sein eigenes, kleines Weingut. Ausgerechnet in der Wachau, einer Gegend, die nicht durch einen Mangel an Qualitätswinzern aufgefallen wäre, und die nicht bekannt dafür ist, dass es dort Weinberge hektarweise zu kaufen gäbe. Jeder Quadratmeter Boden, auf dem Reben gedeihen, wird gehütet wie ein Schatz. „Nie etwas verkaufen!“, lautet das von Generation zu Generation weitergegebene Motto der alteingesessenen Winzerfamilien. Wein aus reiner HandarbeitDoch Veyder-Malberg blieb hartnäckig in seinem Vorhaben, sich in der besten Weißweingegend Österreichs zu etablieren und spezialisierte sich auf exponierte Terrassenlagen: „Ich hab mir zum Ziel gemacht, exponierte Terrassen mit vornehmlich altem Rebbestand zu erwerben und sie vor der Rodung zu bewahren. Obwohl die Bewirtschaftung nur in reiner Handarbeit – ohne Maschinen – zu schaffen ist, bin ich überzeugt: Die Weinqualitäten sind so einzigartig, charaktervoll und spektakulär, dass sich der Aufwand lohnt.“ Der gebürtige Salzburger – er ist nebenbei auch als Berater für Weinbau, Önologie und Weinmarketing tätig – schlug das Hauptquartier seiner „One Man Show“ in Spitz auf und bewirtschaftet derzeit knapp 2 Hektar mit 30 bis 50 Jahre alten Veltliner- und Riesling-Reben, verteilt auf mehrere Parzellen von Spitz (Viessling) über Weissenkirchen (Weitenberg) bis Loiben (Loibenberg, Kreutles). Langfristig sollen es 5 bis 8 Hektar werden. Da die Arbeit in den Terrassen einen 5- bis 10fach höheren Arbeitsaufwand erfordert als in befahrbaren Weingärten und relativ geringe Erträge bringt, konzentriert sich Veyder-Malberg kompromisslos auf Topqualität im internationalen Format. Er arbeitet bio-dynamisch und handwerklich, was auch auf den Etiketten vermerkt ist: „Kein Maschineneinsatz – Wein aus reiner Handarbeit“. „Weine können so vielfältig und individuell sein wie die Menschen, die sie erzeugen. Diese Individualität gilt es zu erkennen, zu bewahren bzw. zu stärken, um sich mit Authentizität und Einzigartigkeit gegen uniforme, zwar gut gemachte, aber charakterlose Zeitgeistweine nachhaltig durchzusetzen“, so Peter Veyder-Malberg. Schon sein erster Wachauer Jahrgang 2008 bestätigt das: Grüne Veltliner und Rieslinge, fein, charaktervoll, hochelegant, mit filigraner Mineralik, Spannung und schönem Trinkfluss. zur Übersicht |