Der Kokerboom beginnt seine Reise fernab der Kellerei – in den abgelegenen Citrusdal-Bergen, viereinhalb Stunden entfernt. Diese Distanz ist kein Hindernis, sondern Teil der Geschichte: Trauben, die aus einer solchen Abgeschiedenheit stammen, tragen den Charakter ihres Ursprungs tief in sich.
Nach der Ernte ruhen die Trauben über Nacht bei 4 °C, bevor sie am nächsten Tag sorgfältig sortiert und als Ganztrauben schonend gepresst werden. Der Saft findet seinen Weg in alte Foudres, wo er sich Zeit lässt – viel Zeit. Die spontane Gärung zieht sich oft bis ins folgende Frühjahr, ein natürlicher Prozess, dem man vertraut statt entgegenwirkt. Zwölf Monate auf der Hefe, unfiltriert abgefüllt. Der Wein formt sich selbst.
Eine Besonderheit dieses Weins ist seine Zusammensetzung: 80 % weißer und 20 % roter Semillon – beide gemeinsam gelesen und verarbeitet. Die trockenen Bedingungen des Jahrgangs 2023 führten zu einer frühen Lese, die dem Wein eine eindrucksvolle Frische verleiht, ohne seiner Kraft zu nehmen. Wachs, Lanolin und eine tiefe mineralische Substanz prägen das Bouquet. Am Gaumen zeigt er Textur, Grip und Volumen in bemerkenswerter Harmonie – ein Wein, der die Stärke seines Terroirs nicht kommentiert, sondern verkörpert.