"Drei Jahre hat's gedauert, aber nun hat unser Wein ein neues Zuhause. Der mittelalterliche Hof am Tor in die Wachau wurde behutsam renoviert und mit modernster Kellertechnik ausgestattet. So können wir uns nun wieder in aller Ruhe unseren Weingärten und Weinen widmen." So fassen Elisabeth Pichler-Krutzler und Erich Krutzler die Verlegung ihres Weingutes zum Rothenhof bei Unterloiben im Jahr 2023 zusammen.
Die am neuen, stilvoll renovierten Domizil erkennbare Verschmelzung von Tradition und moderner Geradlinigkeit spiegelt sich auch im Stil der Weine wider. "Wir machen Weine aus den besten Trauben einzigartiger Lagen. Das Ergebnis pur in die Flasche zu bringen, erfordert Passion und Respekt, aber keine aufwendige Technologie. Dieser Maxime folgend hoffen wir, großen Weinen manchmal nahe zu kommen", übt sich das Winzerpaar in Understatement.
Ein Burgenländer in der Wachau
Bei aller familiären und geographischen Bindung zur Wachau – Krutzlers Frau ist die Tochter von F. X. Pichler, die Familie lebt und arbeitet hier – hat sich der aus dem Südburgenland stammende Winzer eine augenzwinkernde Distanz zu seiner zweiten Heimat bewahrt. Als wir ihn erstmals 2014, am Beginn unserer Zusammenarbeit, besuchten, lange nachdem er sich in der Wachau niedergelassen hatte, bezeichnete er sich selbstironisch noch immer als "zugereister Südburgenländer".
Um das von sich zu sagen, braucht man Mut und Selbstbewusstsein. Krutzler und seine Frau Elisabeth nutzen ihren "Sonderstatus" in der Winzer-Community für mancherlei Freiheiten in Bezug auf das Weinmachen. So etwa ist ihr Weingut nicht Mitglied der Winzervereinigung Vinea Wachau und etikettiert demnach die Weine auch nicht entsprechend der Vinea-Kategorien Steinfeder, Federspiel und Smaragd.
Deutsch Schützen, Slowenien, Wachau
Erich Krutzler war in den 1990er-Jahren auf dem Weingut seiner Familie in Deutsch Schützen wesentlich daran beteiligt, Blaufränkisch in einer bis dahin ungekannten Qualität zu produzieren und mit dem "Perwolff" einen Markenwein zu kreieren. Später folgten Weißweinprojekte in Slowenien.
Seit 2007 produziert er gemeinsam mit Elisabeth in der Wachau international anerkannte, hoch bewertete und gefragte Weine mit eigenem Profil und Charakter. "Die Wachau ist unbestritten eines der besten Weißwein-Terroirs der Welt. Das hat mich damals sehr stark angezogen", so Krutzler.
Geradlinig, pur, ungeschminkt
Mit der Zeit entwickelte das Ehepaar ihre eigene Weinbauphilosophie und einen eigenen Stil. Versuch einer Annäherung: frisch, klar, kühl, schlank, enorm mineralisch, geradlinig, pur, ungeschminkt und ganz bewusst botrytis-frei.
"Unser heutiger Weinstil hat sich langsam entwickelt, war nicht auf dem Reißbrett geplant", so Krutzler, der kein gelernter Weinbauer, sondern ausgebildeter Bio-Chemiker ist.
Auf dem Weingut wird meist früher als in der Wachau üblich geerntet, man will keine überreifen Trauben, keine hohen Zucker- und Alkoholwerte, keine üppigen Weine. Etwas fällt bei den Rieslingen und Veltlinern von Pichler-Krutzler immer wieder auf: Sie reifen wunderbar, strahlen aber auch nach Jahren noch Jugendlichkeit und Frische aus.
Hausverstand & Gefühl
Das Winzerpaar verarbeitet die Trauben von rund 14 ha Weingartenfläche in einigen der besten Wachauer Lagen wie Kellerberg, Loibenberg, Supperin, Klostersatz. Es gibt keine Doktrin beim Weinmachen: Je nach Weinbergslage, Jahrgang und Sorte wird entschieden, wann geerntet wird – eher früh – und wie die Trauben verarbeitet werden. Das Winzerpaar arbeitet nach biologischen Standards, die Weine sind entsprechend zertifiziert (Lacon).
Im Keller lässt man den Weinen viel Freiheit beim Werden, arbeitet mit Hausverstand und Gefühl: "Im Keller wird zugelassen und nicht gemacht oder geschminkt. Am Ende stehen Weine mit Seele und Charakter, die so authentisch sind wie es die Natur bestimmt und die keinem populären Mainstream folgen."
Dass diese Art des Weinmachens auch international auf großes Interesse stößt, zeigt die hohe Exportquote der Weine von Pichler-Krutzler von rund 70 %.
Ideal zum Einstieg in die Stilistik des Weinguts: hervorragender, preiswerter "Ortswein" aus 15 bis 35 Jahren alten Reben, die in ebenen, schottrig-sandigen Parzellen rund um Dürnstein wachsen. Brillant, klar, duftig, blumig, fruchtig, erfrischend, pur, zeitlos elegant, moderat im Alkohol, belebende, gut integrierte Säure, staubtrocken, schlank, Aromen von Birnen, Äpfeln, Steinfrüchten, Zitrus. Vergoren und gereift im Stahltank.
Die Reben für diesen Loibner Ortswein wachsen in verschiedenen Parzellen im Loibner Becken auf schottrigen Böden und werden in der Nacht von nördlichen Luftmassen gut gekühlt. Ergebnis: feiner Riesling-Duft, expressive Frucht, markante, lebendige Säure, prickelnd und frisch am Gaumen, schöne Balance, animierender Ausklang. Im Stahltank vergoren, 4 bis 5 Monate gereift.
Ein Klassiker unter den Wachauer Veltlinern! In der Ried Klostersatz bei Dürnstein stehen gut 40 Jahre alte Veltliner-Reben auf durchlässigen, tiefgründigen Schotter- und Sandböden. Diese Kombination ergibt einen unvergleichlichen Wein: intensiv fruchtiger Duft, feine Würze, saftig, zugleich kräftig und elegant, gute Textur, charaktervoll, intensiver Abgang. Im Stahltank vergoren, 5 bis 6 Monate teils im Stahltank, teils im großen Holzfass vergoren.
Die Trauben kommen aus dem Steiner Pfaffenberg mit für Riesling perfekten, kargen, kristallinen Urgesteinsböden. Charaktervoll, subtil, transparent, elegant, ohne jede Schwere oder Fülle, feine, dunkelfruchtige Riesling-Nase, puristisch und trocken, langer Nachhall. Aufgrund der Lage des Weingartens knapp außerhalb der Wachau ist der Wein als Kremstal DAC etikettiert.
Einer der Signature-Weine des Weinguts: zart rauchig, engmaschig, seidig, Hauch von Eiche, erinnert stilistisch an Chablis. Ein GV aus etwa 50 Jahre alten Reben auf dem Urgesteinsboden der Lage Supperin bei Dürnstein. Feine, zurückhaltende Frucht (Pfirsich, gelbe Birne), würzig-salzig, zart rauchig, schöne Säure, präzise, elegant, schmelzig. In großen Eichenfässern auf der Vollhefe gereift.
Der Loibenberg mit seinen nach Süden ausgerichteten Steinterrassen hoch über der Donau ist ein großer Klassiker unter den Wachauer Toplagen.
Klare, grün-gelbe Frucht, Kräuter, Zitrus, strikt und linear am Gaumen, knochentrocken, engmaschig, konzentriert, fest gebaut, cremig, puristisch, mineralisch-streng, zupackend und berührend, wunderbar aromatischer Abgang. Der Wein wurde teils in großen, gebrauchten Holzfässern, teils im Stahltank vergoren und 8 bis 9 Monate gereift.
Finessenreich, mineralisch, feinwürzig, aufs Wesentliche reduziert, pur, strahlend, konzentriert: Das sind die bemerkenswerten Rieslinge und Veltliner des Winzerpaares Pichler-Krutzler aus der Wachau. Wer die Weine bereits kennt, weiß: Hier erwartet einen das Unerwartete!
Edelbrände mit Charakter, Whisky vom Traunstein, Gin, Rum und so manche ungewöhnliche Spezialität: Am Sammerhof in Kirchham entstehen Destillate, bei denen kompromisslose Qualität, handwerkliche Präzision und die Freude am Experimentieren zusammenkommen.
Fritz Salomon und seine biodynamischen Weine vom Gut Oberstockstall am niederösterreichischen Wagram: Grüner und Roter Veltliner, Pinot Noir und klassische Orange Wines sind terroirgeprägt, spannend, vielschichtig, eigenständig und abseits des Mainstreams.
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