MEHR ALS BIODYNAMSCH

DIE WINZERGRUPPE RESPEKT-BIODYN

Mehr als biodynamisch 

Von Paul Achs bis Herbert Zillinger. Von Fred Loimer bis Fritz Wieninger. Vom Neusiedlersee bis Rheinhessen. Vom Kamptal bis Südtirol: Die Winzergruppe respekt-BIODYN verbindet ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit mit biologisch-dynamischer Landwirtschaft. 

„Hand aufs Herz. Ich kann einfach nicht anders“, bekennt Michael Goëss-Enzenberg. Der Eigentümer des Südtiroler Weinguts Manincor ist Mitglied in diesem Verein, weil es ihm „ein echtes Anliegen ist.“ 

Paul Achs aus Gols am Neusiedlersee hat sich der Gruppe angeschlossen, weil er den Austausch mit Gleichgesinnten schätzt: „Eine klare Linie muss nicht immer eine Gerade sein.“ 

Der Pfälzer Winzer Steffen Christmann ist dabei, „weil gleiche Leidenschaften und gleiche Ziele den Weg leichter beschreitbar machen.“ 

Der Verein, von dem hier die Rede ist, und zu dessen Mitgliedern diese drei Top-Winzer zählen, heißt respekt-BIODYN und wurde 2007 gegründet. Unter diesem Namen haben sich mehr als 20 Weingüter aus Österreich, Deutschland und Südtirol zusammengeschlossen, die mit biodynamischen Methoden Weine von höchster Qualität erzeugen. 

„Warum bio? Wir hatten doch alles so gut im Griff.“ 

Die respekt-BIODYN-Winzer gehen aber über Biodynamik hinaus. Einerseits, weil sie sich selbst viel weitreichendere und strengere Regeln auferlegen, als es die biologische Landwirtschaft verlangt. Andererseits, weil sie ihr spezielles Fachwissen und ihre Erfahrung im Weinbau mit den Ideen und Methoden der eigentlich aus der Landwirtschaft kommenden Biodynamik vereinen. Und drittens, weil sie sich zwar in ihrer Arbeit, aber nicht in ihrem Denken auf den Wein beschränken, sondern auch den Menschen (Familie, Mitarbeiter/innen, Partner und Kunden) in ihr Denken mit einbeziehen. 

Ziel ist es, das gesunde Gleichgewicht in Böden, Pflanzen, Tieren und Menschen herzustellen und deren natürlichen Abwehrkräfte zu stärken. 

Der Kamptaler Fred Loimer ist respekt-(Gründungs)-Mitglied, weil „Offenheit und Neugier hier genauso Platz haben wie Tradition und Herkunft.“ Er stellt in Bezug auf die Sinnhaftigkeit der Biodynamik die ebenso rhetorische wie provokante Frage: „Warum bio? Wir hatten doch alles so gut im Griff.“ 

„Mehr Arbeit? Mehr Risiko? Weniger Ertrag? Akzeptiert!“ 

Tatsächlich war jeder einzelne respekt-BIODYN-Winzer schon ein qualitätsorientierter, etablierter, anerkannter und buchstäblich „ausgezeichneter“ Produzent, noch bevor er sich der Biodynamik zuwandte. Offenbar spürte aber jeder, dass da noch „etwas“ sein müsse, das über das Bestehende hinausgehe. So ist etwa der Golser Winzer Claus Preisinger u. a. deswegen Mitglied bei respekt-BIODYN geworden, weil der biodynamische Weinbau für ihn „der logische nächste Schritt“ in einer konstanten Entwicklung seines Weingutes war. 

„Mehr Arbeit? Mehr Risiko? Weniger Ertrag? Akzeptiert!“, sagt Hans Nittnaus aus Gols. Für ihn ist der biodynamische Weinbau die radikale Hinwendung zur terroir-bezogenen, unverfälschten Produktionsweise im Einklang mit der Natur. Er ist bei respekt-BIODYN, weil „es sich in einer Gruppe Gleichgesinnter am besten arbeitet.“ Nittnaus stand bereits bei der Gründung der Pannobile-Winzer Pate und weiß daher gut, wovon er spricht. 

„Warum Biodynamie? Der Einbezug der kosmischen Kräfte liefert dem Winzer wertvolle Impulse für das balancierte Wachstum der Reben. Das Ergebnis sind individuelle Weine von höchster Qualität“, sagt Philipp Wittmann, respekt-BIODYN-Mitglied und einer der unbestritten besten Winzer Rheinhessens. Damit liefert er zwei wichtige Stichworte, denn ein starkes Motiv für die Vereinsgründung war die Suche nach individueller Qualität im Wein, nach mehr Authentizität und Komplexität. 

„Rebstöcke in Balance. Weine in Balance. Winzer in Balance.“ 

Tatsächlich hat der biodynamische Weinbau bei jedem respekt- BIODYN-Winzer wesentlich dazu beigetragen, Profil und Charakter der Weine besser herauszuarbeiten, die Eigenheiten der Herkunftslage, des Jahrgangs und der Rebsorte prägnanter in den Weinen abzubilden, und diese individueller, lebendiger sowie bekömmlicher zu machen. 

Dazu kamen andere angenehme „Nebenwirkungen“ des Bio-Weinbaus, wie Verbesserung der Bodengesundheit, natürlicher Humusaufbau, krankheits- und stressresistentere Reben, erhöhte Diversität von Fauna und Flora in den Weingärten, weniger Erosionen. 

Claus Preisinger sagt, die biodynamische Bewirtschaftung schärfe sowohl sein Bewusstsein als auch das Profil seiner Weine. Franz Weninger aus Horitschon im Burgenland schlägt in dieselbe Kerbe: „Der Charakter einer Lage ist nur auf einem gesunden und lebendigen Boden spürbar.“ Weninger wandte sich auch deshalb der respekt-BIODYN-Gruppe zu, weil „Grenzen dazu da sind, damit man etwas zum Überschreiten hat“ und weil er „den Weg zu einer besseren Landwirtschaft gerne in der Gruppe geht.“ 

Auch der Wiener Spitzenproduzent Fritz Wieninger betont den Gemeinschaftscharakter von respekt-BIODYN. Er schätze diese Werte- und Lerngemeinschaft und fühle sich in der Gruppe verstanden. In Bezug auf die  Biodynamik als solche geht's bei Wieninger ans Eingemachte: Sie sei „ ... die einzige Alternative, um die Qualität meiner Weine und meines Lebens zu verbessern.“ 

Den gesamtheitlichen Aspekt dieser Bewirtschaftungsweise und den Gleichklang von Pflanze und Mensch betont auch Philipp Wittmann: „Rebstöcke in Balance. Weine in Balance. Winzer in Balance.“ 

Pragmatischer landwirtschaftlicher Ansatz 

Bis heute wird Biodynamikern gelegentlich vorgeworfen, sie wären Esoteriker, die mit naturwissenschaftlich nicht gesicherten Methoden arbeiten würden. Wenn man aber die respekt-BIODYN-Winzer aufgrund einer langen Zusammenarbeit bereits viele Jahre kennt und ihren Werdegang miterlebt hat, wie wir bei Wagner, hat man ganz und gar nicht den Eindruck, dass da weltfremde Träumer am Werk seien. 

Denn wenn etwa ein besonnener, ruhiger, rationaler Charakter wie Gernot Heinrich aus Gols zur Biodynamik sagt: „Ich glaube nicht. Ich weiß.“, kann man davon ausgehen, dass das Tun – und Lassen – der respekt-BIODYN-Winzer auf traditionellem Wissen und vielen praktischen Erfahrungen basiert. Auch Philipp Wittmann gefällt „der pragmatisch landwirtschaftliche Ansatz, um beste Traubenqualität zu erreichen.“ 

Fest steht: Die respekt-BIODYN-Mitglieder sind – behutsam – zupackende Winzer und Unternehmer, die nicht nur höchste Qualität erzeugen, sondern auch ihre Weingüter wirtschaftlich und gegen harte, internationale Konkurrenz erfolgreich führen. Sie wissen: Spitzenweine entstehen nicht, indem man die Natur im Weingarten und im Keller einfach sich selbst überlässt, zusieht und hofft, dass alles gut wird.

Es kommt einem dabei ein Gedanke in den Sinn, den der englische Schriftsteller Rudyard Kipling in Bezug auf prächtige Gärten einst so formulierte: 

„ ... such gardens are not made by singing 'Oh, how beautiful', and sitting in the shade!“ 

Das Wichtigste über respekt-BIODYN 

• Die Gruppe umfasst 23 Weingüter aus Österreich, Deutschland und Südtirol, die mit biodynamischen Methoden Wein von höchster Qualität erzeugen. Sie bewirtschaften gemeinsam rund 600 Hektar Rebfläche. 

• Nach ersten Initiativen 2005, wurde der Verein 2007 gegründet. Der erste Weinjahrgang war 2009, der „offizielle Start“ erfolgte 2012. 

• Vor allem in den Anfangsjahren wurden die Winzer in allen biodynamischen Belangen vom Agrarökologen Dr. Andrew C. Lorand intensiv beraten und begleitet. Inzwischen hat sich respekt-BIODYN neben Demeter und Biodyvin als weitere wichtige Kraft im biodynamischen Weinbau etabliert. 

• Die Grundidee von respekt-BIODYN ist es, ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit mit biologisch-dynamischer Landwirtschaft zu verbinden. Ziel: das gesunde Gleichgewicht in Böden, Pflanzen, Tieren und Menschen herstellen und deren natürlichen Abwehrkräfte stärken. 

• Die praktische Arbeit der Winzer basiert auf einer zeitgemäßen Verbindung der anthroposophischen Ideen Rudolf Steiners mit der modernen Agrarökologie und den praktischen Erfahrungen der Biodynamik der letzten Jahrzehnte. 

• Für den Humusaufbau zur Vitalisierung des Bodens setzen die Winzer auf schonende Bodenbearbeitung, angepasste Begrünung, Bodenspritzungen mit Brennnesseltee und Hornmistpräparat sowie Kompost. Zur Stärkung der Reben werden Hornkieselpräparat und pflanzliche Tees gespritzt.

Schwefel und Kupfer? So wenig wie möglich, höchstens halb soviel, wie im Bioweinbau erlaubt ist. Eine weitere Reduzierung wird angestrebt. 

• Im Keller sind Spontanvergärung, möglichst wenige und möglichst schonende Eingriffe in die „Weinwerdung“ die Regel. Die Mondphasen werden berücksichtigt, etwa beim Umziehen oder Abfüllen der Weine. Bevorzugt werden große, gebrauchte Holzfässer eingesetzt. 

Die respekt-BIODYN-Winzer im Wagner-Sortiment 

Paul Achs, Neusiedlersee / Steffen Christmann, Pfalz / Georg u. Heike Heinrich, Neusiedlersee / Fred Loimer, KamptalManincor, Südtirol / Hans Nittnaus, Neusiedlersee / Claus Preisinger, Neusiedlersee / Franz Weninger, MittelburgenlandFritz Wieninger, Wien / Philipp Wittmann, Rheinhessen / Herbert & Carmen Zillinger, Weinviertel

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