Handgelesen

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Sand, Schiefer, Sauvignon

OBERGUESS – KAARRIEGEL

Wie unterschiedlich ein- und dieselbe Rebsorte ihr jeweiliges Herkunftsterroir widergespiegeln kann: Das zeigen die außergewöhnlichen Sauvignons der beiden steirischen Weingüter oberGuess und Kaarriegel.

Die beiden Winzer Christian Krampl vom Weingut oberGuess und Christof Heissenberger vom Weingut Kaarriegel haben einiges gemeinsam: Steirer, Einzelkämpfer, Querdenker, exponierte Weinlagen, authentische, individuelle, natürliche Weine abseits des Mainstreams, kleine Produktionsmengen.

Trotz dieser Gemeinsamkeiten der Winzer und der geographischen Nähe ihrer beiden nur eine halbe Autostunde voneinander entfernten Weingüter gibt es bemerkenswerte Unterschiede zwischen dem Terroir von Leutschach an der slowenischen Grenze, wo oberGuess zuhause ist, und jenem des Sausals, wo die Weine von Kaarriegel herkommen.

Diese Unterschiede sind aufgrund der naturnahen Produktionsmethoden der beiden Weingüter auch in deren Sauvignons schmeckbar, was zur vergleichendenVerkostung einlädt.

 

Sandstein oder Schiefer?

Christian Krampls Weinberge liegen auf 600 m Seehöhe. Das raue Mikroklima und karge, kalkfreie Sandsteinverwitterungsböden begünstigen feine, filigrane, mineralische oberGuess-Weine mit kräutriger Würze und klarer Frucht. Man mag eine stilistische Ähnlichkeit mit den berühmten Sauvignons von der Loire erkennen.

Anders bei Christof Heissenbergers Kaarriegel-Weinen: Auf den Schieferböden des Sausals produziert er puristische Sauvignons, die an hochklassige, schlank-elegante, stahlig-trockene Rieslinge erinnern.

oberGuess: Sauvage auf Steirisch

Gemeinsam mit Partnerin Birgit und seinen Eltern bewirtschaftet Christian Krampl den über 500 Jahre alten, behutsam renovierten Hof oberGuess am Schlossberg bei Leutschach – in den Hügeln an der steirisch-slowenischen Grenze.

Spontanvergärung, langer Hefekontakt und Ausbau in großen Holzfässern tragen das Ihre zur hohen Individualität von Krampls Weinen bei. Sie sind nicht „laut“ oder vordergründig, sondern subtil, zurückhaltend, kommen erst nach längerer Zeit im Glas oder nach zwei Tagen in der angebrochenen Flasche so richtig in Schwung.

Krampl geht eigene Wege und verfolgt bisweilen unkonventionelle Ansätze, produziert auf gerade einmal 6 ha authentische, naturverbundene Weine, die – der Persönlichkeit des Winzers entsprechend – „anders“ schmecken. Typisch: Sein Top-Sauvignon heißt „Sauvage“ (frz. = wild, naturbelassen, unverfälscht).

Wer von oberGuess stromlinienförmigen, primärfruchtigen südsteirischen Sauvignon erwartet, wird entweder enttäuscht oder angenehm überrascht, denn man bekommt statt dessen einen sehr eigenständigen Sauvignon aus der Südsteiermark.

Kaarriegel: stille, langsame Weine

Christof Heissenbergers Familie führt das legendäre Delikatessen-Geschäft „Frankowitsch“ in Graz. Er hatte das Winzerhandwerk beim steirischen Bio-Wein-Patriarchen Franz Hirschmugl gelernt und sich von dessen Philosophie sowie Leidenschaft inspirieren lassen. Nach dem Tod Hirschmugls führte Heissenberger den Betrieb in verkleinerter Form weiter  und benannte ihn 2014 in „Kaarriegel“ um. 2 ha, 6.000 Flaschen: Wenn „small is beautiful“ irgendwo gilt, dann hier!

Der introvertierte, ruhige Heissenberger produziert auf traditionelle, handwerkliche Art nach biologischen Richtlinien sehr individuelle Sauvignons. Er widmet sich hauptsächlich der Arbeit im Weingarten, greift im Keller nur wenig ein, vergärt spontan, füllt spät, schwefelt kaum, schönt die Weine nicht, bessert sie nicht auf.

Von Kaarriegel kommen ruhige und auf eine gewisse Art „langsame“ Weine, die Zeit und Luft brauchen, um sich zu entwickeln. Aber wer sich diese nimmt, wird reich belohnt.

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